Frage zum Umbau eines Kastenanhängers auf Plattform

  • Hi Leute,


    ich bin neu hier, jedenfalls als Autor. Mitgelesen habe ich schon 'ne ganze Weile und bin immer wieder erstaunt über den Sachverstand vieler User hier. TOP.


    Hier nun meine Frage. Ich habe mir günstig einen 73er Kasten von Köper (mit festen Bordwänden) geschossen, mit Papieren, TÜV 12/17 abgelaufen. Der muss auch mal Spriegel und Plane gehabt haben, steht so in der Zulassung. Ich möchte daraus einen Plattformanhänger bauen, der primär 3 Motorräder und sekundär mein Schlauchboot (3,3x1,45m) tragen soll. Eventuell soll noch eine Ausbaureserve in Richtung Kasten/Spriegel für irgendwelchen Kram bzw. ne Schlafgelegenheit) vorzusehen sein, aber das ist zunächst nicht kriegsentscheidend.


    Der Aufbau ist stark korrodiert und muss neu. Die Achse wurde samt Zugrohr mal gewechselt und ist okay. Bremst auch gut, konnte das 350 km testen.


    Welches Material würdet ihr für den neu anzufertigenden Rahmen verwenden? Im Moment ist da Winkelstahl verbaut, etwa 50x50. Wie stark der mal war, keine Ahnung. Vielleicht 4 oder 5 mm. Hänger steht momentan nicht hier, kann nicht messen. Ist auch wie gesagt extrem korrodiert und deshalb auch dünner. Die Maße sind zurzeit 2,80x1,50, 1200 kg zGG. Ich überlege daran, den gleich auf 3,00m zu verlängern, wenn man eh mal dran ist. Die Achse hat etwa 1400 Auflagemaß.

    BildIMG_20180408_144850[1].jpg hänge ich an, wenn ich das hinkriege.


    Viele Grüße und schon mal ein schönes Wochenende.

  • Bei deinem Anhänger sind die Seitenwände DAS oder zumindest ein sehr stark tragendes Element:

    einfach die Wände weglassen und eine "Platte" montieren macht ihn leider nicht zum "Plattformanhänger"

    Da muss dann schon ein tragender Rahmen gebaut werden: die seitlichen Winkeleisen bringen das so nicht.


    Statt der Winkeleisen ein neuer Rahmen aus Vierkantrohr oder U-Profil ... so als Ansatz.


    Übrigens: auch wenn Spriegel und Plane in der Zulassung stehen ...

    "muss" er das nie wirklich gehabt haben: das ist ggf. nur eine eingetragene Rüstmöglichkeit.


    Manfred

  • Ich würde nicht auf 3m verlängern. Du kannst ihn ruhig bei 2,80m belassen. Hier mal ein Foto meines Ex 2,50m x 1,50m Motorradanhängers.


    2,50x1,50m.jpg


    Die Radbügel der beiden äußeren Schienen ganz nach vorn und den in der Mitte nach hinten verstellen (oder die ganze Schiene bzw. nur die Radwippe). Dann solltest du die 3 Motorräder sogar nebeneinander draufbekommen.


    Als Rahmen würde ich auch Vierkantrohr nehmen. Richtig stabil mit genügend Querstreben und oben drauf Winkeleisen zur Fixierung der Bodenplatte.

    Für die Zurrgurte empfehle ich ja immer einzelne Kettenglieder anzuschweißen.

    Das Deichselrohr ist recht kurz, aber vielleicht passt ja doch noch eine Kiste drauf.

    Gruß André
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    1. TPV EU0
    2. STEMA MT750 BS2
    3. SARIS PKC30


  • Hi,


    erst mal vielen Dank für eure Tips, so ähnlich hatte ich mir das auch vorgestellt. Habt ihr Erfahrungen mit der Dimensionierung des Quadratrohrs, so dass es zuverlässig den Wegfall der Planke kompensiert (an Querstreben wollte ich eh nicht sparen)? Reicht 40/40/3 oder 40/40/4 oder so etwas? Eine kleine Reling soll evtl. auch noch dran, die nimmt ja evtl. noch mal etwas Kraft auf.

  • Statt Die Wandung stärker zu machen solltest du anstelle Quadrat- besser Rechtecktprofil in Betracht ziehen. Es ist der höhere, vertikale Querschnitt der die Stabilität macht.



    mfg JAU

    No Shift - No Service

  • Ja, das leuchtet mir ein. Hättest Du eine konkrete Empfehlung einer Materialdimension für mich?

    Grüße

    Gordon

  • Hi Jens und die anderen Selbstbauprofis,

    das Projekt nimmt Fahrt auf. Ich war beim Schlosser und habe mir ein Angebot für den Rahmen machen lassen, was mich erst mal in den Staub geworfen hat: 1210.- netto ohne Platte....heul.

    Keine Chance, das sprengt das Budget bei Weitem. Also wird es auf jeden Fall Marke Eigenbau....irgendwie.

    Hattest Du die 50x30 mit oder ohne Reling kalkuliert?

    Beste Grüße vom ITer, der erst noch einen schweißerfahrenen Kumpel kennenlernen muss ;-) 

    Gordon

  • Hi Jens,


    ich dachte einfach daran, oben auf den Kastenrahmen noch ein paar etwa 8-10 cm lange Stummel 30x30 senkrecht aufzuschweißen und darauf die ganze Länge lang ein 30x30 waagerecht. Das Ganze ringsherum, außer hinten. Vorn dann mit Gehrung untereinander verschweißt. Die Stummel könnte man dann prinzipiell auch als Zurrpunkte verwenden, wenn man Zurrschlaufen einsetzt. Oder wie Du woanders mal vorgeschlagen hast, Kettenglieder noch obendrauf.


    Eine andere Möglichkeit wäre, als Reling gleich ein als C gekantetes Blech anzubringen, so wie die Dinger von Humbaur offenbar gearbeitet sind (habe das aber nur auf einem Bild gesehen, das nicht gut aufgelöst war).


    Grüße

    Gordon

  • Hallo Gordon,


    so wie Du es beschrieben hast, würde ich es nicht machen. Warum nicht?


    Wenn Du schon einen Plattformanhänger baust, dann hast Du doch den Vorteil, dass Du auch mal über die Ladefläche hinaus etwas laden kannst. Das verbaust Du dir durch die kleine Reling.


    Wenn es Dir um Zurrmöglichkeiten geht, gibt es doch ganz andere Möglichkeiten.


    Frage: Die aufgerufenen 1210€ sind ja heftig. Wer schweißt das jetzt?

    Gruß Jens


    Wer nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel. ;)

  • Hi Jens,


    ich denke, dass ich mit den 2,80 m klarkomme, dennoch ist Dein Einwand berechtigt. Bin nun etwas hin- und hergerissen...nach vorn ist allerdings wenig Luft, denn die Deichsel ist recht kurz. Bleibt also eigentlich nur hinten, und da soll er ja offen bleiben.


    Die Frage mit den 1200 stellt sich natürlich nicht. Ich glaube der wollte den Auftrag nicht, hat sich aber nicht getraut, mich direkt abzuwimmeln. Ich suche nun händeringend nach jemandem, der das mal nebenher machen kann.


    Hängerfreie Grüße

    Gordon