Tappert 375/N 1966 Grümer-Serie AK / EKW Auflaufdämpfer (Schwingungsdämpfer) defekt?

  • Hallo, alle zusammen,


    bin neu hier, habe hier im Forum nach Lösungen für mein Problem gesucht - bin positiv von diesen Forum überrascht.

    Leider habe ich für mein Problem noch keine Lösung gefunden. Aber Ansätze.

    Nun zu meinem Problem:

    Mein geliebter Tappert Wohnwagen 375/N (?) fiel durch die HU. Die Auflaufbremse schlägt durch!

    Meine Werkstatt ( natürlich total überlastet u. ausgebucht) meinte ich solle den Weg an der Schubstange nachstellen. Das ist meines erachtens Schwachsinn, denn der Bremsweg der Handbremse ist in Ordnung, auch ziehen die Bremsen gleichmäßig - die Zug und Gestängeeinstellung sollte also in Ordnung sein. Wenn, dann müßte ich wohl die Bremsbeläge nachstellen.

    Was mir jetzt auffällt ist folgendes:

    Die Auflaufeinrichtung läßt sich seit der HU ohne großen Wiederstand per Hand einschieben ( also Auflaufbetrieb), jedoch nur mit großen Kraftaufwand herrausziehen ( Bremse lösen).

    Meine Schlußfolgerung: der Dämpfer ist wohl einseitig defekt.

    Und hier beginnt das große Problem: ich fnde bei meinen ganzen Recherchen keine Grümer AK/EWR!! Ich weiß also nicht, welchen Ersatzdämpfer man verbauen kann. Könnte es der hier sein? https://anhaenger24.de/338222.html ? Habe aber keine Gewichtsangabe (soll 1200 kg sein, nicht 600kg wie bei den anderen).

    Ein paar Bilder von der Deichsel u. Typenschilder hänge ich ran.


    Danke im Vorraus für Eure Hilfe

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  • Hier noch ein paar Bilder der Trommelbremse, Bremsträger/-schild von der Achse her fotografiert. Sehe keine Spionöffnung oder Nachstellmöglichkeit. Kennt jemand diese Bremse? Kann ja wohl nicht von der Trommel her sein?

    Achse sollte eine Bergeische Gummifederachse (BPW) sein mit Spreizhebel. In der Bedienungsanleitung steht Nachstellmutter fest anziehen und dann zurückdrehen, bis Rad wieder frei läuft. Ist das die Mutter mit dem Blech und den Daten darauf? Ansonsten hilft wohl nur ausprobieren.


    Toller Satz aus der BA: "Sobald der Belag an einer Stelle bis zum Nietkopf abgenutzt ist, muß er erneuert werden." Dann wird wohl auch die Trommel entsprechen eingelaufen sein.


    LG

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  • Hallo,

    wir hatten heute ja schon ein ausführliches Telefonat. Da wir uns hier im Forum generell dutzen, weiter per du.


    Wegen dem Auflaufstoßdämpfer wollte ich nochmal durchschauen und aus meiner Sicht einen Vorschlag machen. Wie gesagt, haben wir zu dieser alten Auflaufbremse keinerlei technische Unterlagen bzw. Datenblätter mehr. Deshalb habe ich jetzt mal 2 Dämpfer herausgesucht, die aus meinem Erfahrungsschatz heraus passen sollten. Der Aufbau und das Funktionsprinzip ist sowieso gleich, sodass wir unser Augenmerk eigentlich nur noch auf die Einbaumaße und das Anhängergewicht legen brauchen. Hier meine beiden Empfehlungen, die sich im Wesentlichen nur von den Anschlussbuchsen her unterscheiden:


    1. Dämpfer Artikel-Nr. 338216 mit Anschlussaugen vorn und hinten je Ø10,2 mm x 24 mm
    2. Dämpfer Artikel-Nr. 338222 mit Anschlussaugen vorn und hinten je Ø12,2 mm x 32 mm

    Die Längen für maximal eingeschoben und ausgezogen, sowie die Dicke findest du in der Artikelbeschreibung siehe Verlinkung oben. Da sehe ich aber eh montagemäßig kein Problem, dass sollte locker passen.

    Nochmal ein Satz zu diesen alten Öldämpfern allgemein. Ich hatte gerade im Lager nochmal den 338216 in der Hand. Auch bei dem ist es so, dass er auf Zug schwerer geht, als auf Druck. Welche Logik bei diesen alten Dingern dahinter steht erschliesst sich mir nicht. Aber es ist also auch bei nagelneuen Dämpfern so. Sie drücken auch nicht von allein wieder aus, so wie heutige Auflaufstoßdämpfer. Egal, es ist jedenfalls so. Wichtig in diesem Zusammenhang, und darauf kann man nicht oft genug hinweisen, ist die Einbaulage dieser alten Dämpfer. Sie werden ja horizontal zum Erdboden, also liegend eingebaut. Auf dem Dämpfer befindet sich eine Markierung:

    IMG_3347.jpg

    Diese Markierung muss zwingend in Richtung zum Erdboden (nicht Richtung Himmel) zeigen beim Einbau. Warum ist das wichtig: Bauartbedingt haben diese Dämpfer innen eine Art Reservoir, welches nach einigen Pumpbewegungen Druck aufbaut, wodurch der Dämpfer auf Druckstufe härter wird. Wir haben es oft mit diesen Dämpfern im Lager wenn die länger liegen, dass sie sich dann relativ leicht zusammendrücken lassen. Wenn man diese Dämpfer dann aber aus dem Regal nimmt und in korrekter Lage einige Male ein- und ausdrückt, verspürt man ganz deutlich, wie sich der Dämpfer beim Einschieben immer mehr verhärtet.

    Nichtsdestotrotz bleibt meine Bemerkung von oben, dass die Zugrichtung (gerade bei geringen Gewichtsklassen) schwerer geht als auf Druck.

    Was jetzt "schwer" und was "leicht" ist, ist sowieso schwierig darszustellen. Grundsätzlich soll der Dämpfer ja auch nur Dämpfen, damit das Ruckartige bzw. Schlagartige aus der Bremsanlage genommen wird.


    Also vielleicht ist dein Dämpfer ja auch gar nicht defekt und du kannst dir (vorerst) Arbeit sparen.


    Auf jeden Fall aber vermute ich, dass dein Auflaufweg zu lang ist. Was ja auch normal ist, denn die Bremsbeläge nutzen sich ja ab, der Weg zur Bremstrommel wird länger. Je nach Übersetzungsverhältnis des Umlenkhebels, können 1 mm Luft zwischen Bremsbacke und Bremstrommel gern mal vorn an der Auflaufeinrichtung 2-4 cm Auflaufweg bedeuten.


    Normal haben die Bremsankerplatten dafür ein sogenanntes Schauloch, dass genau über dem Bremsbelag und dem Rand der Bremstrommel positioniert ist. Gern auch von einem Stopfen verdeckt. Hier lässt sich schon durch einfache Sichtprüfung feststellen, ob die Bremsbeläge/Bremsbacken verschlissen und erneuert werden müssen und/oder ob eventuell Nachstellen ausreicht.


    388501-1024b-alko-verschlussstopfen-gruen-10mm.jpg schauloch-bremsbelag.jpg


    Bei deinen Fotos lässt sich das Typenschild der Radbremse nicht lesen. Wenn es BPW ist, müsste sich die Typenbezeichnung in etwa so lesen: "S 2304" eventuell auch "S 2304-2", oder so ähnlich. Wenn du da mal nachschaust, kann ich mal schauen, ob wir zu der Radbremse Unterlagen haben. Dann kann ich klären, ob die Bremse definitiv eine Nachstelleinrichtung hat.

    Es sieht mir auf deinen Bildern so aus, als ob da was ist. Stets gegenüberliegend vom Spreizschloss, also gegenüber von da wo das Bremsseil eingeführt ist, wäre wenn die Nachstelleinrichtung zu suchen. Bei dir sehe ich da ein Gewinde mit Mutter. Das könnte eine Schraube mit Gewinde und konischem Kopf sein, die durch Anziehen die Bremsbacken auseinanderspreizt. So ähnlich wie hier bei Knott -> Artikel-Nr. 386605. Wenn's schwergängig geht durch das Alter und den ganzen Bremsstaub, würde ich aber lieber innen erst alles leichtgängig machen bevor du was abdrehst. Da noch Ersatzteile für zu bekommen wird ;(. Also Vorsicht!


    P1040009.JPG


    Ich hoffe fürs Erste geholfen zu haben und wünsche für heute schönen Feierabend und ein gutes WE!


    Gruß Sven

  • Toller Satz aus der BA: "Sobald der Belag an einer Stelle bis zum Nietkopf abgenutzt ist, muß er erneuert werden." Dann wird wohl auch die Trommel entsprechen eingelaufen sein.


    richtig lesen die ba

    bis heißt nicht darüber hinaus

    erst dann gibt es schleifspueren der nieten in der trommel

  • Hallo,

    vielen Dank für Deine ausführliche Ergänzung zum schon ausführlichen Telefongespräch. War leider geschäftlich verhindert. Bin erst heute zu den Bremsen gekommen.


    Also:

    Der Ölstoßdämpfer wird wohl überflüssig sein. Nach nachstellen der linken Bremse zieht die Handbremse wieder ab den 2. Zahn, der Weg der Auflaufbremse hat sich am Balg erwartungsgemäß veringert.

    Neues Problem:

    Nachdem die rechte Bremse erst ab den 5 Zahn der Handbremse greift, muß ich die ja auch nachstellen.

    Der Nachstellexcenter ist im Vergleich zur linken Bremse ungleich fester. Mit W-40 hatte ich beider Excenter von außen vorher eingesprüht.

    Da nun Angst habe, die Schraube abzudrehen, wollte ich entsprechend Deiner Empfehlung die Bremstrommel abnehmen: tut sich aber nichts. Die dürfte doch ledigliche aufesetzt sein und durch die Felge und died Radmuttern fixiert sein. Ich sehe keine andere Befestigung. und das Radlagermit der Zentralmutter hat ja mit der Trommel nichts zu tun - oder???:confused::?::?::?:Wie bringe ich die herunter. Schläge mit dem Gummihammer brachten keinen Erfolg,, ob die Trommel engelaufen ist, kann ich nicht beurteilen, da sich deise keinen mm bewegt. SOnst könnte man es ja spüren/fühlen - war jedenfalls bei meinen alten 2000er BMW so (für evt. Nachfragen: nein , habe ich nicht mehr, leider vor 25 Jahren verkauft).


    Wie ist es, die Schraube mit eine Gasbrennner zu erhitzen, verzieht sich da die Tragplatte? Wird ja in den Alpen bergab auch recht heiß, wohl aber nicht punktuell. Wie lautet/-en die Empfehlung/-en?


    Die Bremse ist übrigens eine Bergische Achsen S2504. P1040096.JPG

    Frage: zu den 650kg über 70km/h : der WW ist mit 1000kg zugelassen ( siehe Typenschilder oben), heißt das 2x650 kg ergeben 1300kg, und die Zulassung ist mitg 1000kg im sicheren Bereich? Wobei man wieder auf die 100km Zulasung kommen konnte, aber aufgrund der Federung geht das ja wohl nicht bei meinen Oldi - Stoßdänpfer hat er ja, und Citrön hat die gleiche Federung)


    Zu trans79: schon klar, aber wie stellste das fest?:)

    Beim KFZ überträgt sich das Schleifgeräuscht, wenn Du die Nieten erreichst u. kannst spätestens dann die Beleäge wechseln. Beim Hänger/Wohnwagen hörste nichts, bis es zu spät ist. Und wenn Du die Trommeln zur Kontrolle runternehmen willst: s.o.;)

  • Habe gerade ein Montagevideo entdeckt - sollte meine Frage beantwortet haben: http://www.youtube.com/watch?v=ibH1QPFvah4

    Mache mich gleich mal drüber. In den Filmchen ist das max. Drehmoment angegeben, aber stelle ich über die Zentralmutter nicht auch das Lagerspiel des Radlagers ein?

  • Hallo


    wenn nen Splint hast, dann sind die Lager Kegelrollenlager und zum einstellen


    ist es ein Kompaktlager und ne selbstsichernde Mutter, dann gilt das Drehmoment

    "Es ist schwer zu wissen, dass man keine Ahnung hat. Denn wenn man wüsste, dass man von einer Sache keine Ahnung hat, wüsste man auch, was man lernen muss, um nicht länger ahnungslos zu sein."

  • derglonntaler:

    Danke, klingt logisch. Bei mir ist ein Kegelrollenlager mit splintgesichertér Mutter verbaut, kein Wunder bei dem Baujahr.

  • So, es ist geschafft:!:unten noch Frage an Sven.

    Nachdem ich ja die linke Bremse einstellen konnte, hat es jetzt auch mit der rechten Seite geklappt.

    Nachdem die Dusche mit W40 noch nicht so erfolgreich war, habe ich die Trommel abgebaut ( Splint raus, Zentralschraube gelöst) und den Einstellkeil erstmal liebevoll ( damit die Bremsbeläge nicht geölt werden) mit W40 danach mit leichten Hammerschlägen bedacht. Im entlastetene Zustand der Bremsseile konnte dann die Mutter der Nachstellung bewegt werden. Nachdem meine Einstellmutter schon ( vom Vorbesitzer wahrscheinlich) Spuren von abgerutschten Schraubenschlüssel aufwies, meinte ich, meine Nüsse bzw. Schraubenschlüssel rutschen über die Mutter.

    Bei näheren Hinsehen hüpte die Unterseite der Mutter über Noppen hinweg, Mutter hat auch Noppen. Der Excenter wird mit Federkraft gegengehalten, was man auch hört, und man kann in beide Richtungen justieren. Wenn der Bolzen festsitzt, tut sich da natürlich nichts. Man kann über die Noppen wie bei einer Ratsche den Excenter nun um mindestens eine Raste verstellen. Man wird dadurch die Bremskaft links u. rechts nie 100% synchron bekommen. Und die Waage beim Gestänge sollte ja dafür nicht hergenommen werden! Bremsbeläge haben noch über 4,5mm und schauen sauber aus. Nachdem ich die Bremse wieder zusammengebaut habe, konnte ich die Beläge wie beschrieben nachstellen, rechts minimal fester als links. Mal schauen wie es nach ein paar Bremsmanövern ausschaut, muß sich ja alles erst ein wenig setzen. Der Auflaufweg ist jetzt jedenfalls unter 5cm.


    Kleine Ursache - große Wirkung. Der HU-Nachlese sollte jetzt nichts mehr im Wege stehen.


    Danke für Eure Beratung, Tipps und HInweise..:thumbup:

    Fragen an Sven: Gibt es für meine Bremsanlage "Bergische Achsen S2504" noch Teile?

    Gibt es für meine Bremsanlage "Bergische Achsen S2504" noch Teile? Meine Bremsen sind ohne SK !!! Passen die trotzdem??


    Würde z.B.


    Nachstellbolzen für Radbremse S2504 SK und 2304 SK/RASK


    Genauso wie :

    Bremsbacken 250x40 Original BPW S 2504 SK :


    Bremsbackenset für Radbremse

    BPW : S2504 SK

    ohne Rückfahrautomatik.

    Bremsbackensatz für

    2 BPW-Radbremsen

    inclusive Montagefedern.

    Passend nur für Trommelbremsen

    250x40 mm von BPW.

    Meine Bremsen sind ohne SK !!! Passen die trotzdem??


    passen?

    Und wenn ja, habt Ihr die? - habe im Online-shop nichts gefunden.




  • Danke, muss ich ja wohl zur Konkurrenz gehen, solange es noch Teile gibt.